EASE
2024
Einzelausstung im Kunstverein Böblingen und gleichnamige Videoarbeit
gemeinsam mit Lena Meinhardt
4-Kanal-Audio mit Video
15:28 min Loop
Die experimentelle 4-Kanal-Video-Sound-Installation “EASE” versetzt den/die Betrachter*in in eine simulierte, durch und durch künstliche Landschaft. Sie ist in der Videospiel-Engine “Unreal” entstanden, in der vorrangig Computerspiele entwickelt werden. Eine zeitenlupenartige Kamerafahrt führt durch die unwirkliche Welt, vorbei an kugelartigen Klangträgern, die den Sound modellieren und die dreidimensionale Umgebung in ihren spiegelnden Oberflächen abbilden – Der Anbruch eines Tages, Stimmen sind aus der Ferne erkennbar, etwas rauscht, es flackert, etwas entwickelt sich. Das Tempo der Musik greift die Dramaturgie des Bildes auf.
Gezeigt im Rahmen der Einzel-Ausstellung "EASE" des Künstlerinnenduos Lena Meinhardt und Eva Dörr im Böblinger Kunstverein
Auszug aus der Eröffnungsrede von Liv Rahel Schwenk: ...Die Ausstellung Ease bietet eine aussergewöhnlich gute Gelegenheit dazu, weil hier zum ersten Mal mehrere Stränge ihrer Arbeit aus verschiedenen Zeiten/Phasen zusammenkommen, und nicht nur das, wir sehen heute auch sowohl Einzelarbeiten als auch gemeinsame Arbeiten, und ich finde so kann man besonders gut sehen wie die Ansätze und Welten dieser beiden Künstlerinnen in dem Duo Eva und Lena zusammenkommen. Wir können nah heran gehen und mit verschiedenen Arbeiten Zeit verbringen und wir können durch das Bewegen durch den Raum von Arbeit zu Arbeit, von Lena zu Eva - zu Eva und Lena gleichzeitig einen wertvollen Abstand gewinnen zu diesen verschiedenen Einheiten oder Positionen und fragen was sie verbindet und und was sie trennt. …. Es gibt zwei gemeinsame Arbeiten in der Ausstellung, beides Videoarbeiten mit Sound und obwohl sie auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind sehe ich auch Gemeinsamkeiten. Im unteren Stockwerk findet ihr Ralentir, eine Projektion, in der Aufnahmen aus dem Fenster der Pariser Metro zu sehen sind. Die Kamera bewegt sich nicht oder nur durch die Bewegung des Zugs und hat den Blick immer auf das vorbeiziehende Paris gerichtet, auf Brücken, Straßenzüge bei Nacht, Metrohaltestellen, Menschen, Züge, die sich in die entgegengesetzte Richtung bewegen - Raum zieht vorbei und konstituiert Zeit, und diese Zeit, welche in ihrer Linearität fragwürdig ist, wird wiederum erfahrbar durch die mehrschichtige Klangkomposition. Hier oben sehen wir Ease, die neueste Arbeit in der Ausstellung. In dieser Arbeit begegnet man einer durch und durch künstlichen Landschaft. Ich sage man statt wir, weil ich wirklich nicht genau weiss, wer ich bin, wenn ich diesen Raum erlebe. Es ist eine ausserkörperliche Erfahrung. Hier hat der Klang einen direkten Bezug zum Raum, die Welt die man sieht ist in einem VR-Program entstanden und der Klang ist in dieser Welt räumlich verortet. Man bewegt sich also durch den Klang, und die kugelartigen Körper sind Anker für verschiedene Kompositionen. Interessanterweise bewegt sich hier die “Kamera” in die gleiche Richtung wie bei Ralentir, also nach rechts - oder der Raum bewegt sich nach links, wie man es nimmt. Dadurch entsteht eine horizontale Ausrichtung, welche man auch in Evas Arbeiten entdecken kann.

Foto: Jan Hottmann